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Kids-Bikes Commencal Clash 20 - Gesamtansicht von der Seite

Titelbild: Commencal Clash 20 - Gesamtansicht von der Seite    Artikel verfasst von:

Commencal Clash 20 im Test: das Kinder-Fully, das schon ab 6 funktioniert




Es gibt diesen einen Moment, den Eltern kennen: Man steht oben am Trail, schaut zurück — und das Kind kommt nicht hinterhergerutscht, sondern gefahren. Kurve, Wurzel, kleiner Sprung, Grinsen. Beim Commencal Clash 20 kam dieser Moment schneller, als wir gedacht hätten.

Nach einer Saison können wir sagen: Das ist kein Kinderrad, das man dem Nachwuchs hinstellt, damit er auch etwas hat. Das ist ein richtiges Bike, nur kleiner. Und ja, es kostet Geld — dazu später mehr, ehrlich wie immer.

🔍 Transparenz: Selbst gekauft und im Alltag gefahren — von unserem eigenen Kind, nicht auf dem Parkplatz getestet. Wir fahren das 2025er Modell; die aktuelle Version ist an einzelnen Stellen anders ausgestattet, dazu unten mehr. Keine Bezahlung, kein gestelltes Testbike, keine Absprache mit Commencal.

📋 Details Commencal Clash 20

Aktuelles Modell (2026) — laut Commencal

  • Federweg: 120 mm vorn (Manitou Machete JUnit Pro) / 125 mm hinten (RockShox Deluxe Select)
  • Bremsen: Tektro HD-J2820, 2 Kolben, 180-mm-Scheiben — Hebel für kleine Hände
  • Schaltung: microSHIFT Acolyte, 8-fach (11–38)
  • 🔧 Kurbel: Prowheel DMJ, 127 mm — kindgerecht kurz
  • Laufräder & Reifen: 20″, Alexrims MD25 / Maxxis Minion DHR II 2,30″
  • Rahmen: Aluminium 6066
  • Gewicht: 11,19 kg ohne Pedale
  • Körpergröße: 115–130 cm (Commencal nennt 5–6 Jahre)
  • Preis: 2.281 € inkl. MwSt. (1.916,66 € netto ab Werk) — Direktvertrieb über die Commencal Website

Unser Testbike: Modelljahr 2025 — hier weicht es ab

  • Bremsen: Hayes Dominion — an den aktuellen Modellen nicht mehr verbaut
  • Schaltung: SRAM GX, mechanisch
  • Laufräder & Reifen: Spank-Felgen, Schwalbe Big Betty

📐 Geometrie: warum das Kind plötzlich mitfährt

Man merkt es schon auf den ersten Metern, noch bevor es überhaupt bergab geht: Das Kind sitzt nicht auf dem Rad, sondern steht darin. Die Geometrie ist einfach stimmig — nichts wirkt gestaucht, nichts zu lang, und genau daraus wächst die Sicherheit, die man sonst erst nach Monaten sieht.

Dazu kommt eine Kleinigkeit, die auf keinem Datenblatt Eindruck macht und im Gelände alles verändert: Der Sattel lässt sich weit versenken. Mit tiefem Sattel traut sich ein Kind auf einmal, in die Kurve zu drücken und im Steilen nach hinten zu gehen. Wir haben gesehen, wie unser Kind innerhalb weniger Ausfahrten aufgehört hat, sich zu verkrampfen — und angefangen hat, den Trail zu lesen.

Und das Alter? Commencal gibt auf der Commencal Website 115 bis 130 cm an. Bei uns ging es schon ab 6 Jahren und rund 110 cm los, also etwas unterhalb der Empfehlung — und es passte vom ersten Tag an, weder Überstandshöhe noch Handling waren ein Thema.

🌀 Fahrwerk: Federung, die wirklich federt

Die meisten gefederten Kinderräder haben ein stilles Problem: Die Federung ist zwar verbaut, bewegt sich aber erst, wenn Erwachsene draufsitzen. Für ein 25-Kilo-Kind bleibt sie schlicht Deko.

Hier ist das anders. Gabel und Dämpfer lassen sich gut auf das geringe Gewicht abstimmen und arbeiten dann auch — sie schlucken die kleinen Schläge, die einem Kind sonst die Hände müde machen und irgendwann die Laune nehmen. Es ist kein spektakulärer Effekt, den man auf einem Foto sieht. Man merkt ihn daran, dass die Abfahrt nicht nach zwei Minuten zu Ende ist, weil jemand keine Lust mehr hat.

🛞 Reifen: Grip, der Mut macht

Leichte Fahrer haben wenig Auflagefläche — und wenig Auflagefläche heißt wenig Halt, gerade dort, wo es lose oder feucht wird. Das einfachste Gegenmittel ist wenig Luftdruck, und genau da hat uns das Clash überrascht: Auch deutlich unter 1 bar bleiben die Reifen sauber am Boden, ohne zu walken oder wegzuknicken.

Klingt technisch, fühlt sich aber ganz anders an: Das Kind rutscht seltener weg, verliert also seltener das Vertrauen — und wer sich sicher fühlt, fährt lockerer und damit besser. Genau so entsteht dieser Kreislauf, den man als Eltern gerne beobachtet.

🛑 Bremsen: viel Kraft — für kleine Könner

Ein Punkt, über den es sich zu reden lohnt: An unserem 2025er Aufbau steckt die Hayes Dominion — für uns Erwachsene eine der besten Bremsen überhaupt, wir loben sie im Supreme-Langzeittest in den höchsten Tönen. An einem 20-Zoll-Kinderrad ist das viel Bremse: Wer wenig wiegt, muss so viel Kraft erst einmal fein dosieren lernen — ein beherzter Griff, und das Rad steht.

Als Nachteil würden wir das ausdrücklich nicht verbuchen. Es ist eine Bremse, die erfahrene kleine Biker fordert — und die genau denen dann auch etwas zurückgibt: Reserven ohne Ende, ein klarer Druckpunkt, kein Nachlassen am langen Berg. Nach ein paar Wochen war es bei uns ohnehin kein Thema mehr. Und wer heute neu kauft, muss sich die Frage gar nicht stellen: Die aktuellen Modelle kommen mit einer Tektro HD-J2820 mit zwei Kolben und 180-mm-Scheiben, deren Hebel ausdrücklich für kleine Hände gemacht sind 🙂

💶 Preis: hoch — und trotzdem in Ordnung

Bleibt der Punkt, an dem man kurz schluckt. Der Preis liegt hoch, ein Kinderrad dieser Machart kostet so viel wie manches Erwachsenen-Bike. Wir haben trotzdem nicht das Gefühl, zu viel bezahlt zu haben: Man bekommt ein vollwertiges Fully mit 120/125 mm Federweg statt eines abgespeckten Kinderrads, es hält einiges aus — und wenn das Kind herauswächst, sind Commencal-Kinderräder erfahrungsgemäß gut wieder zu verkaufen.

🙋 Für wen passt das Clash 20?

✅ Passt

  • 🏔️ Familien, die zusammen abfahren wollen. Genau dafür ist es gebaut — und genau da macht es den Unterschied.
  • 🎢 Bikepark-Nachwuchs. Geometrie, Fahrwerk und Reifen sind dem gewachsen, auch wenn es ruppig wird.
  • 📈 Kinder, die aufs „große“ Biken hinarbeiten. Sitzposition und Handling entsprechen einem echten MTB — der spätere Umstieg fühlt sich nach nichts an.

❌ Eher nicht

  • 🛣️ Wer ein Rad für den Schulweg sucht. Dafür ist das Clash zu speziell — und ehrlich gesagt zu schade.
  • Wer nur ein paar Mal im Jahr fährt. Dann steht der Preis in keinem Verhältnis, so gut das Rad auch ist.

⭐ Fazit

Das Clash 20 hat bei uns etwas geschafft, das wir einem Kinderrad nicht zugetraut hätten: Es hat aus gemeinsamen Ausfahrten echte gemeinsame Ausfahrten gemacht. Die Geometrie passt, die Federung arbeitet auch unter einem leichten Fahrer, die Reifen geben Halt, wo andere schwimmen, und der tiefe Sattel schenkt dem Kind die Bewegungsfreiheit, die es braucht, um mutig zu werden. Ab 6 Jahren und 110 cm hat das bei uns von Anfang an funktioniert.

Die Hayes Dominion an unserem 2025er Aufbau ist reichlich Bremse für ein 20-Zoll-Rad — kein Nachteil, aber sie will beherrscht werden und belohnt dafür kleine Könner. An den aktuellen Modellen sitzt ohnehin eine Tektro. Bleibt ein Bike, das wir wieder kaufen würden, ohne lange zu überlegen 🙂

📸 Bilder Commencal Clash 20

❓ Häufige Fragen zum Commencal Clash 20

Ab welchem Alter passt das Clash 20?

Commencal gibt 115 bis 130 cm an, das entspricht etwa 5 bis 6 Jahren. Bei uns hat es schon mit 6 Jahren und rund 110 cm gepasst — also knapp darunter. Wichtiger als die Zahl ist, dass das Kind sicher bremsen kann und im Stehen bequem über dem Oberrohr steht.

Taugt die Federung bei so leichten Fahrern?

Ja, und das ist keine Selbstverständlichkeit. Gabel und Dämpfer lassen sich gut auf geringes Fahrergewicht abstimmen und arbeiten dann auch wirklich. Viele Kinderräder haben Federelemente, die erst unter Erwachsenengewicht ansprechen — hier merkt man den Unterschied vor allem daran, dass die Hände länger frisch bleiben.

Wie viel Luftdruck fahrt ihr in den Reifen?

Deutlich unter 1 bar. Selbst dann bleibt der Grip sauber, ohne dass die Reifen wegknicken. Bei leichten Fahrern ist wenig Druck das wirksamste Mittel für mehr Traktion — und Traktion ist bei Kindern vor allem eines: Selbstvertrauen.

Sind die Hayes-Dominion-Bremsen zu stark für Kinder?

Sie sind kräftig — als Nachteil sehen wir das aber nicht. Die Dominion fordert erfahrene kleine Biker, weil so viel Bremskraft erst einmal fein dosiert werden will, und gibt ihnen dafür Reserven und einen klaren Druckpunkt. Für Einsteiger darf es ruhiger zugehen: Das aktuelle Clash 20 kommt mit einer Tektro HD-J2820, deren Hebel auf kleine Hände abgestimmt sind.

Ist der Sattel wirklich weit genug versenkbar?

Ja, und das ist einer der schönsten Punkte am Rad. Mit tiefem Sattel geht das Kind viel selbstverständlicher in die Kurve und hinter den Sattel — das sieht man der Fahrweise nach kurzer Zeit an.

Was kostet das Commencal Clash 20?

Das aktuelle Modell steht mit 2.281 € inkl. MwSt. (1.916,66 € netto ab Werk) auf der Commencal Website. Commencal verkauft direkt; Aktions- und Straßenpreise können abweichen.

Lohnt der Preis für ein Kinderrad?

Der Preis liegt hoch — dafür bekommt man ein vollwertiges Fully mit 120/125 mm Federweg statt eines abgespeckten Kinderrads. Gemessen daran und am guten Wiederverkaufswert von Commencal-Kinderrädern finden wir ihn vertretbar.

Transparenz: Wir verdienen an diesem Test nichts — es gibt keine Affiliate-Links und keine bezahlte Kooperation. Getestet wurde ein einzelnes Exemplar; Serienstreuung lässt sich daraus nicht ableiten. Herstellerangaben sind als solche gekennzeichnet, eigene Messwerte mit Messbedingung angegeben.
Geometrie & Fahrverhalten 5,0
Fahrwerk & Reifen 4,5
Ausstattung 4,5
Optik & Verarbeitung 4,5
Preis-Leistung 4,0

Zusammenfassung: Super Geometrie, gute Ausstattung, Fahrwerk und Reifen lassen sich auf leichte Fahrer abstimmen. Nur der Preis liegt hoch.

4,5

Super Kinder-Fully


  • ✅ Super Bike: Das Kind fährt mit, statt hinterherzurutschen
  • ✅ Super Geometrie - das Kind steht drin statt drauf
  • ✅ Gute Ausstattung ab Werk, nichts muss nachgerüstet werden
  • ✅ Sattel weit versenkbar - viel Bewegungsfreiheit fürs Kind
  • ✅ Fahrwerk laesst sich auf geringes Fahrergewicht abstimmen
  • ✅ Reifen mit sauberem Grip auch unter 1 bar
  • ✅ Gute Optik
  • ✅ Hayes Dominion mit reichlich Reserven - fordert kleine Koenner und belohnt sie
  • ❌ Preis liegt hoch

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