Commencal Meta Power 24 im Test: das Kinder-E-MTB, das alles kann
Kinder-E-MTBs sind eine junge Kategorie, und vieles, was da verkauft wird, ist ein geschrumpftes Erwachsenenrad mit Motor. Das Commencal Meta Power 24 ist anders: ein richtiges Mountainbike in 24 Zoll, um einen Mittelmotor herum konstruiert, mit einer Geometrie, die von den großen Metas übernommen wurde. Unser Nachwuchs fährt es — und wir haben selten ein Kinderrad gesehen, das so selbstverständlich alles mitmacht.
Die Kurzfassung vorweg: Das ist ein richtig gutes Bike. Vom Trail über den Bikepark bis zur Feierabendrunde funktioniert es überall, der Motor hat mehr als genug Reserven, und die Ausstattung passt ohne Nachbesserung — mit einer Ausnahme, zu der wir noch kommen.
📋 Details Commencal Meta Power 24
Commencal hat das Bike über die Jahre in zwei Generationen gebaut — die Eckdaten:
Aktuelle Generation (Bosch SX) — unser Testbike
- ⚙️ Motor: Bosch Performance Line SX — 55 Nm, bis 600 W Spitze
- 🔋 Akku: 400 Wh, voll integriert; erweiterbar per PowerMore-Extender auf 650 Wh
- 🍴 Gabel: 150 mm Federweg
- 🪑 Dropper-Post: je nach Ausstattungsvariante — nicht jede hat ihn ab Werk
- 📏 Für Kinder ab ca. 7 Jahren, etwa 125–140 cm
- 🔭 Reichweite: laut Commencal bis 50 km im Tour+-Modus bei 40 kg Fahrergewicht
Vorherige Generation (Shimano STEPS) — nicht von uns getestet
- ⚙️ Motor: Shimano STEPS E7000 — 250 W, 60 Nm · 🔋 Akku 418 Wh · 🍴 Manitou Machete Junit 120 mm · für ca. 128–150 cm
- Diese Generation sind wir nicht gefahren — Angaben von Commencal, keine eigene Einschätzung.
📐 Geometrie: hier trennt sich das Bike vom Spielzeug
Das ist für uns der wichtigste Punkt am Meta Power 24 — und der Grund, warum es sich von vielen Kinder-E-Bikes abhebt: Die Geometrie ist ein echtes Trail-Bike, kein hochgesetztes Cityrad. Flacher Lenkwinkel, tiefes Tretlager, kurze Kurbeln, Dropper-Post.
Das Ergebnis im Alltag: Das Bike ist für alles nutzbar. Hausrunde, Trailtour mit den Eltern, Übungsplatz, Bikepark — es gibt keinen Einsatz, bei dem es sich falsch anfühlt. Das Kind muss nicht umlernen, wenn es später auf ein großes Bike wechselt, weil die Sitzposition und das Handling schon stimmen. Genau so sollte man Kinderräder bauen.
⚙️ Motor: mehr als ausreichend
Die kurze Antwort auf die häufigste Frage: Ja, der Motor reicht. Locker. Für ein Kind mit 30 bis 45 kg ist die Unterstützung mehr als ausreichend — auch an steilen Rampen, auch wenn der Nachwuchs den halben Tag im Boost-Modus verbringt.
Was uns dabei wichtig ist: Ein Kinder-E-MTB braucht keinen Erwachsenen-Drehmoment-Overkill. Entscheidend ist, dass die Unterstützung dosierbar einsetzt und das Kind nicht überrascht. Das macht das Meta Power gut — der Schub kommt weich genug, dass auch Anfänger nicht aus der Kurve geschoben werden, und kräftig genug, dass lange Uphills nicht zur Quengelstrecke werden.
💡 Der eigentliche Gewinn ist ein anderer: Mit Motor fährt das Kind plötzlich die gleichen Touren wie die Eltern. Keine Schiebepassagen, kein „wann sind wir da“ — der Familienradius verdreifacht sich. Das ist das beste Argument für ein Kinder-E-MTB überhaupt.
👨👧👦 Das unterschätzte Familien-Feature
Bei uns dreht auch mal der Papa eine Runde — Testfahrt nach dem Schrauben, kurz zum Bäcker, oder einfach, weil es Spaß macht. Ein 24″-Bike mit Motor unter einem Erwachsenen sieht albern aus und fühlt sich großartig an, und das Bike steckt es sichtbar klaglos weg.
⚠️ Ehrlich zur Freigabe-Frage: Eine offizielle Gewichtsgrenze speziell für das 24er Power nennt Commencal nirgends — weder auf der Produktseite noch bei Bosch. Die Manuals geben zwei sehr unterschiedliche Anhaltspunkte: Das generische E-Bike-Manual der Meta-Power-Reihe erlaubt 120 kg Fahrgewicht (ist aber für die großen Modelle geschrieben), das MTB-Manual begrenzt unmotorisierte 24″-Kinderräder auf 45 kg. Wo das Power-24 dazwischen liegt, sagt Commencal nicht. Unsere Praxis: kurze Erwachsenen-Runden ja, auf eigene Verantwortung — Bikepark-Einsatz mit 80 kg eher nicht. Wer es genau wissen will, fragt den Commencal-Support; der antwortet erfahrungsgemäß schnell.
Und noch ein Szenario, das bei uns ständig vorkommt: Die Eltern wandern, der Sohn biked 🙂 Mit dem Motor hält er auf Forstwegen locker das Wandertempo plus Extrarunden — alle sind draußen, jeder macht seinen Sport, niemand quengelt.
🪢 Das dritte Einsatzgebiet hat uns selbst überrascht: Mit einem Abschleppseil (TowWhee oder ähnlich) schleppt der Große seinen 4-jährigen Bruder gleich mit ab. Der Motor hat genug Reserven für zwei, das Seil kostet um die 40 Euro — und der kleine Bruder findet nichts auf der Welt cooler. So wird aus dem Kinder-E-MTB nebenbei ein Familien-Zugfahrzeug.
🔧 Ausstattung: passt ab Werk — bis auf ein Teil
Die Ausstattung ist für ein Kinderrad bemerkenswert erwachsen: hydraulische Scheibenbremsen mit ordentlichen Hebeln für kleine Hände, eine Federgabel, die auf leichte Fahrer anspricht (das können billige Kindergabeln nämlich nicht), und eine saubere Schaltung. Funktioniert ab Werk, nachrüsten muss man nichts — bis auf das Cockpit, dazu gleich.
🪑 Ein Blick vor dem Kauf lohnt beim Dropper-Post: Den haben nicht alle Ausstattungsvarianten ab Werk. Unser Modell hat einen, und der lohnt sich absolut — gerade im Bikepark und auf Trails ist die absenkbare Stütze für Kinder genauso wertvoll wie für Erwachsene. Wenn deine Variante ohne kommt: nachrüsten.
💶 Der Preis — und was die günstigeren Alternativen anders machen
Reden wir es nicht schön: Das Meta Power 24 ist sehr teuer. Um die 4.000 Euro für ein Kinderrad muss man erstmal ausgeben wollen.
Es gibt günstigere und leichtere Kinder-E-Bikes — die sparen aber fast immer an denselben Stellen: Nabenmotor statt Mittelmotor, und einfachere Ausstattung. Der Nabenmotor sitzt im Laufrad statt zentral im Rahmen — das Gewicht ist damit schlecht verlagert, das Rad wird hecklastig und träge im Handling, genau da, wo ein Trail-Bike lebendig sein sollte. Dazu kommen meist einfachere Gabeln und Bremsen.
Für die Hausrunde ist das völlig okay und das gesparte Geld gut investiert. Wer aber Trail, Tour und Bikepark fahren will, merkt den Unterschied bei jeder Kurve. Wir haben den Aufpreis bezahlt und sind sehr zufrieden damit — bereut haben wir ihn keine Sekunde.
🙋 Für wen passt das Meta Power 24?
✅ Passt
- 👨👩👧 Familien, die zusammen Touren fahren wollen. Das Kind hält mit, statt geschoben zu werden — der eigentliche Kaufgrund.
- 🎢 Bikepark-Nachwuchs. Geometrie und Fahrwerk sind dem gewachsen, und der Motor macht auch Parks ohne Lift erschließbar.
- 📈 Kinder, die aufs „große“ Biken hinarbeiten. Handling und Sitzposition entsprechen einem echten MTB — der spätere Umstieg ist nahtlos.
- 🥾 Familien mit gemischten Vorlieben. Eltern wandern, Kind biked nebenher — und mit Abschleppseil zieht der Große auch noch das Geschwisterkind.
❌ Eher nicht
- 💶 Wer nur eine Hausrunden-Lösung sucht. Der Preis eines vollwertigen Kinder-E-MTB lohnt erst, wenn wirklich Trail und Tour gefahren wird.
- 📏 Kinder unter ~125 cm — dann lieber noch warten, die Größenempfehlung ist ernst gemeint.
- ⚖️ Wer das leichteste Rad sucht. Motor und Akku wiegen; ein E-MTB bleibt schwerer als ein normales 24″-Bike. Fürs Draufheben aufs Autodach sind die Eltern zuständig 🙂
🔄 Alternativen
- Woom UP 5/6 — leichter und stadttauglicher, aber deutlich weniger Trail-Geometrie
- Ben-E-Bike TWENTYFOUR E-Power — sehr leicht, puristischer Ansatz, kleinerer Akku
- Specialized Turbo Levo SL Kids-Umbauten — gibt es nicht ab Werk; wer Fully will, landet schnell beim Selbstbau
⭐ Fazit
Ein super Bike — ohne Einschränkung. Die Geometrie macht es zum echten Mountainbike statt zum Spielzeug, der Motor hat mehr als genug Reserven, und die Ausstattung passt ab Werk. Es gibt wenige Kinderräder, bei denen so offensichtlich Leute am Werk waren, die selbst fahren.
Unsere einzige Anpassung war der Lenker: Riser Bar drauf, fertig. Danach gibt es an dem Bike nichts mehr zu wollen — außer vielleicht ein zweites für das Geschwisterkind.
❓ Häufige Fragen zum Commencal Meta Power 24
Für welche Körpergröße passt das Meta Power 24?
Commencal empfiehlt für die aktuelle Generation etwa 125 bis 140 cm (ab ca. 7 Jahren), die vorige Generation war mit 128 bis 150 cm angegeben. Wichtiger als das Alter ist die Schrittlänge — im Zweifel beim Händler oder mit dem Maßband prüfen.
Welcher Motor ist verbaut?
Die aktuelle Generation fährt mit dem Bosch Performance Line SX mit 55 Nm und bis zu 600 W Spitzenleistung — die fahren wir, und sie hat für ein Kindergewicht deutliche Reserven. Die Generation davor nutzte den Shimano STEPS E7000; die sind wir nicht gefahren und können sie nicht beurteilen.
Reicht der Motor auch für steile Trails?
Ja, locker. Bei 30 bis 45 kg Fahrergewicht hat die Unterstützung deutliche Reserven, auch an steilen Rampen und bei viel Boost-Nutzung. Wichtiger als die reine Kraft ist, dass der Schub weich und dosierbar einsetzt — das macht das Bike gut.
Wie weit kommt das Kind mit einer Akkuladung?
Commencal gibt für die aktuelle Generation bis zu 50 km im Tour+-Modus bei 40 kg Fahrergewicht an (400-Wh-Akku). Mit dem optionalen PowerMore-Extender wächst die Kapazität auf 650 Wh. Real hängt es stark von Höhenmetern und Modus ab — für normale Familientouren reicht eine Ladung dicke.
Ist das Meta Power 24 bikeparktauglich?
Ja. Trail-Geometrie, auf leichte Fahrer ansprechende Federgabel und hydraulische Scheibenbremsen — das Bike ist dem Bikepark-Einsatz gewachsen. Mit Dropper-Post (je nach Variante ab Werk oder nachgerüstet) umso mehr. Wir empfehlen wie immer volle Schutzausrüstung.
Was sollte man nachrüsten?
Den Lenker: mehr Rise (der verbaute ist recht flach) und für kleinere Kinder eine schmalere Variante — der Serienlenker ist recht breit und eher auf größere Kinder ausgelegt. Kostenpunkt 30 bis 50 Euro. Und falls deine Ausstattungsvariante ohne Dropper-Post kommt: nachrüsten, der lohnt bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen. Der Rest passt ab Werk.
Wie schwer ist das Bike?
Ein Kinder-E-MTB bleibt konstruktionsbedingt schwerer als ein normales 24″-Rad — Motor und Akku wiegen. Die aktuelle Generation ist laut Commencal nochmal rund ein Kilo leichter geworden. Fürs Fahren spielt das Gewicht dank Motor kaum eine Rolle, fürs Verladen schon.
Wächst das Kind schnell heraus?
Der nutzbare Bereich von grob 125 bis 150 cm (je nach Generation) deckt meist zwei bis drei Jahre ab — dank Dropper-Post und anpassbarem Cockpit lässt sich einiges mitwachsen lassen. Danach ist der Wiederverkaufswert von Commencal-Kinderrädern erfahrungsgemäß gut.
Ist so ein Kinder-E-MTB nicht Verwöhnung?
Das hören wir oft — und sehen es anders. Der Motor ersetzt nicht das Treten, er verlängert den Radius: Das Kind fährt plötzlich die gleichen Touren wie die Erwachsenen, statt nach der Hälfte geschoben zu werden. Mehr Zeit auf dem Rad, mehr Technik-Übung, mehr Spaß — das ist der Effekt in der Praxis.
Dürfen auch Erwachsene damit fahren?
Eine offizielle Grenze speziell fürs 24er Power nennt Commencal nicht. Das generische E-Bike-Manual der Power-Reihe erlaubt 120 kg Fahrgewicht, ist aber für die großen Modelle geschrieben; das MTB-Manual begrenzt unmotorisierte 24″-Kinderräder auf 45 kg. Bei uns dreht der Papa gelegentlich kurze Runden — auf eigene Verantwortung. Wer Gewissheit will, fragt den Commencal-Support nach der Freigabe fürs konkrete Modell.
Kann das Kind damit ein Geschwisterkind abschleppen?
Ja — mit einem elastischen Abschleppseil wie dem TowWhee (um die 40 Euro) zieht unser Großer seinen 4-jährigen Bruder mit. Der Motor hat genug Reserven für zwei, und für den Kleinen ist es das Highlight jeder Tour. Auf einfachen Wegen und mit Übung eine echte Familien-Lösung.
Warum nicht ein günstigeres Kinder-E-Bike?
Kann man machen — die günstigeren, leichteren Modelle haben aber fast immer einen Nabenmotor statt eines Mittelmotors. Der sitzt im Laufrad, verlagert das Gewicht schlecht und macht das Rad träge im Handling; dazu kommt meist einfachere Ausstattung. Für die Hausrunde reicht das, für Trail und Bikepark merkt man den Unterschied deutlich. Wir haben den Aufpreis nie bereut.
Was kostet das Meta Power 24?
Je nach Generation und Ausstattung im Bereich um 3.500 bis 4.200 Euro/Dollar — Commencal verkauft direkt, Preise ändern sich mit Aktionen. Das ist viel Geld für ein Kinderrad, aber gemessen an Motor, Fahrwerk und Ausstattung fair; vergleichbare Kinder-E-MTBs liegen ähnlich.
- ✅ Echte Trail-Geometrie statt Spielzeug — für alles nutzbar, vom Trail bis zum Bikepark
- ✅ Motor mehr als ausreichend, weich dosierbarer Schub
- ✅ Steckt auch gelegentliche Eltern-Runden sichtbar klaglos weg
- ✅ Mit Abschleppseil (TowWhee o.ä.) zieht das Kind auch das Geschwisterkind
- ✅ Ausstattung passt ab Werk: Bremsen, kindgerechte Federgabel
- ✅ Handling wie ein großes MTB — der spätere Umstieg fällt leicht
- ❌ Verbauter Lenker zu flach und recht breit — Riser Bar montieren, für kleinere Kinder schmaler
- ❌ Dropper-Post nicht bei allen Ausstattungsvarianten ab Werk
- ❌ Preis auf Erwachsenen-Niveau
- ❌ Konstruktionsbedingt schwerer als ein normales 24"-Bike (Verladen!)
Zusammenfassung: Echte Trail-Geometrie, Motor mit Reserven, komplett ab Werk. Einzige Empfehlung: Riser Bar montieren.





































